Puffreiskörnchen im Kaufmannsladen. Lang, lang ist’s her!

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Erstaunen im Hause Voß. Nach dem Mittagessen gibt es heute aus der Süßigkeitenbox sogenannte „Schoko-Happen“, also mehr oder weniger Reiswaffeln mit Schokoladenüberzug. Ich esse normalerweise keine Reiswaffeln. Aber dieses Schokozeug sieht ganz lecker aus. Schon beim ersten Bissen werde ich gedanklich und emotional in meine früheste Kindheit zurückgeworfen. Genau genommen auf den Dachboden meiner Großmutter, wo mein Kaufladen stand. Dieser Geschmack von aufgeblasenem Reis, genannt Puffreis, ist für mich ausnahmslos verbunden mit Klein-Harry in eben jenem von Opa selbst gezimmerten Kaufladen. Dort wurden Artikel wie Salz, Waschmittel, Kaffee, Kekse und so weiter angeboten, die den echten Artikeln, die Mama oder Oma vormittags im Laden kauften, täuschend ähnlich sahen. Nur mit dem Unterschied, dass alle Kaufladen-Artikel die gleiche Größe hatten, nämlich die eines Smarties-Schächtelchens. Das Besondere an diesen Schachteln war: Manche rappelten, wenn man sie schüttelten. Da war also was drin. Und ich wusste auch was: Puffreis. Pro Schachtel höchstens ein oder zwei dieser Körner. Und die schmeckten auch nix. Vielmehr: Sie schneckten nach nix, sie waren quasi geschmacksneutral. Aber egal. Sobald ich eine neue Ladung Kaufladen-Schächtelchen geschenkt bekam, wurden alle Schachteln geschüttelt und das Puffreis-Körnchen herausgepult und aufgefuttert, als hätte man seit Tagen nichts gegessen.

Als ich das heute meinen Kindern erzähle, können sie das kaum glauben. Ich gehöre ja nicht zur Nachkriegs-Generation, die in Armut aufgewachsen ist und jedes Körnchen Reis wie einen Goldschatz behandelt hat. Ich bin ein Kind der 70er. Ich bekam genug zu essen. Trotzdem: Alle meine Altersgenossen können bestätigen, dass es damals Puffreis im Spielzeug zu essen gab. Und niemand hat sich gefragt, wie die da bloß reingekommen sind. Ob da irgendeine Fabrikarbeiterin am Fließband jedes 5. Schächtelchen aufgeknibbelt, aus einer großen Schale ein Puffreis-Körnchen genommen, in die Schachtel gesteckt und das Ganze wieder gescshlossen hat? Und sich dabei all die fröhlichen Kinder vorgestellt hat, die diese wertvollen Dinger wieder rausholen? Jedenfalls hat nie irgendeine Mama Bedenken angemeldet, man dürfe diese Körnchen nicht essen, weil sie nicht hygienisch verpackt wären und weil man nicht wusste, wer die schon alles in der Hand gehabt hatte.

Wie gesagt: Meine Kinder schütteln ob solch obskurer Erinnerungen nur die Köpfe. Ich denke mir, ich beweise es ihnen. Die Internet-Foren sind doch voll von „Weißt-du-noch“-Artikeln der 70er und 80er Jahre. Aber … Fehlanzeige. Hab ich nicht lange genug geforscht? Ich habe keinen Schwärm-Erinnerungs-Artikel zum Puffreis im Kaufladen gefunden. Das gibt’s doch wohl nicht! Jeder Zauberwürfel und jede Föhnfrisur der 80er wird besprochen, aber nicht der legendäre Puffreis im Kaufladen? So. Jetzt gibt es einen. Und ich sage: Lang lebe der geschmacklose Puffreis in den OMO-Waschmittelpackungen unserer Kindheit! Und falls du das in deiner Kindheit auch hattest, dann schreib einen Kommentar und erzähle, wie es dir damit ging!

Entdeckungen zwischen Billy, Ivar und Köttbullar

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Neulich war ich mal wieder bei IKEA. Wenn man sich hier nicht genau an den ausgewiesenen Weg durch die Abteilungen hält, kann es schon mal passieren, dass man sich irgendwo zwischen Betten und Regalen wiederfindet und nicht mehr weiß, wo in diesem Möbel-Dschungel vorne und hinten ist. Darum bleibe ich immer ganz brav auf den Wegen, die ja glücklicherweise mit dicken Pfeilen ausgewiesen sind. Bei meinem letzten IKEA-Besuch stellte ich fest, dass die Pfeile auf dem Boden nicht mehr wie früher durch große Aufkleber markiert sind, sondern als Leuchtpfeile, die von Lampen an der Decke auf den Boden gestrahlt werden. Das kann schon mal zur Folge haben, dass ich einen Pfeil nicht sehe, weil ich selbst gerade drauf stehe und dadurch dem Richtungspfeil quasi selbst im Weg stehe. Andererseits kann kein theoretischer böser Kundenhasser einen Pfeil abknibbeln und ihn eigenmächtig verdrehen, um brave Kunden bewusst in die Irre zu führen.

Während ich mich über diese Neuerung amüsiere, kommt mir sogleich eine symbolische Deutung ins christlich geschulte Hirn: IKEA allein weiß den Weg durch den Dschungel. Und die Richtungsweisung liegt nicht veränderbar auf dem Boden, sondern kommt alle paar Meter als „Licht von oben“. Und zwar über jede eigenmächtige Deutung erhaben. Natürlich kann sich jeder dazu entscheiden, diesem Weg zu folgen oder nicht. Manche meinen ja auch, ohne Pfeile durch den Irrgarten zu kommen. Aber wer sich gut geführt leiten lassen will, braucht sich nur nach dem Licht zu richten. „Deine Pfeile sind meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg“, könnte man IKEA zurufen. Und wenn du mal den Pfeil nicht erkennst, könnte es durchaus sein, dass zwischen der Bodenmarkierung und dem Licht etwas im Weg steht – nämlich du selbst, indem du dem Pfeil im Licht stehst und damit die Richtungsweisung buchstäblich in den Schatten stellst.

Und noch was Cooles hab ich daraus entdeckt: Wenn ich mich an der richtigen Stelle auf den Boden lege, werde ich vom „Licht von oben“ bescheint und werde somit selbst zum Richtungsweiser. Jetzt können die Kunden auf mich schauen und sehen an mir den Pfeil von oben. Und zwar in die richtige Richtung, egal wie ich mich drehe. „Schein auf mich, und die IKEA-Welt sieht dich“, könnte ich dem Licht zurufen. Zugegeben: Einige Kunden waren etwas irritiert, mich mit einem Pfeil auf dem Bauch auf dem Boden liegen zu sehen und in die angezeigte Richtung zu deuten. Aber – hey, in wie vielen Fällen werde ich auch sonst schräg angeschaut, wenn ich Leuten von dem „Licht von oben“ erzähle, das mich bescheint und das ich weitergeben möchte. Und dennoch: Egal wie bekloppt ich da liege – das Licht scheint völlig unabhängig von mir in die richtige Richtung.

Wie im richtigen Leben eben. Auch außerhalb von Schwedenhausen.

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Ein Rädchen in Gottes großem Uhrwerk

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Neulich wünschte sich ein Freund zum Geburtstag nicht etwa ein Buch, oder einen Gutschein. Nein er wünschte sich von mir, dass ich ihm etwas erzähle, was ich mit Gott erlebt hätte.

Sofort setzte sich mein geschultes christliches Hirn in Gang und suchte nach Erlebnissen, bei denen ich zum Beispiel etwas gesucht und nicht gefunden und dann nach eindringlichem Gebet schließlich doch gefunden hatte. Am liebsten dabei noch etwas spektakulärer, damit das Geburtstagskind so richtig beeindruckt wäre. Aber dann fiel mir ein, dass mich genau diese Erlebnisse bei Predigern nerven, die mir dabei durch die Blume vermitteln: „Schau, mit Gott an deiner Seite findest du jeden Haustürschlüssel, bekommst du immer eine Parklücke, wirst du immer eine Rückenschmerzen los.“ Dabei kann ich zu jedem Beten-und-Finden-Erlebnis auch mindestens ein Beten-und-nicht-Finden oder Beten-und-nicht-gesund-Werden-Erlebnis schildern.

Nein. Mein Glaube nährt sich nicht durch übersinnliche Such-und-Find-Erlebnisse. Ich bin beeindruckt von Gott in meinem Alltag, wenn ich spüre, dass er das, was ich im guten Glauben und vollen Vertrauen hier vor mich hin bröckele, in ein großes Ganzes einbettet und daraus etwas Gutes entstehen lässt.

Wie zum Beispiel in folgendem unspektakulären, aber für mich dennoch berührenden Erlebnis:

Einige wissen, dass ich hin und wieder im Seniorenzentrum unserer Stadt mit den Bewohnern fröhlich und kraftvoll Volkslieder singe. Ich begleite sie mit meinem Akkordeon (Trefferquote der richtigen Töne liegt bei über 50 Prozent). Als ich eines Tages wieder einmal zum Singen eingeladen war, habe ich eigenmächtig auch ein paar christliche Schlager eingeflochten wie zum Beispiel „Stern auf den ich schaue“. Kann ja nichts schaden, dachte ich. Wenn sich alle beschweren, kann ich ja wieder damit aufhören. Nach dem Singen schleppte sich eine über 90-jährige Dame zu mir, bedankte sich herzlich für den Vormittag und für genau dieses Lied. Sie erzählte mir, dass das Lied „Stern, auf den ich schaue“ sie ihr ganzes Leben lang begleitet habe. Noch vor ein paar Jahren, als sie noch nicht im Altenheim wohnte, sei sie in den Wintermonaten abends immer eine bestimmte Straße entlang spaziert und vor einem bestimmten Haus stehen geblieben. Dort nämlich hing im Wohnzimmerfenster einer dieser beleuchteten „Herrnhuter Sterne“. Vor diesem Stern habe sie dann auf der Straße gestanden, das Lied „Stern auf den ich schaue“ gesungen und dabei auch an ihre verstorbene Mutter gedacht, für die dieses Lied ebenfalls eine tiefe Bedeutung hatte. Heute jedenfalls hatte sie sich daran wieder erinnert und das war ein besonderer Moment für sie. Ich ging an jenem Tag sehr bewegt nach Hause und hatte das Gefühl, Gott hat mich gebraucht, um dieser alten Dame Heimatsehnsucht und Gottvertrauen ins Herz zu flüstern. Ich hatte mir in der Menge dieser alten Menschen nur den Namen dieser einen Frau gemerkt. Wenige Wochen später saß ich sonntags im Gottesdienst unserer Kirchengemeinde, als genau dieser Name bei den Verstorbenen der vergangenen Woche genannt wurde. Wieder traf es mich wie ein Schlag. Und wieder war es mir, als habe Gott dieser Dame an jenem Volkslieder-Singe-Tag durch mein dilettantisches Akkordeonspielen einen lieben Gruß aus seiner Welt in ihr Leben gebracht, kurz bevor er sie zu sich nach Hause geholt hat, wo sie jetzt wieder vereint mir ihrer Mutter von allen Sternen dieser Welt singen kann. Das sind die Momente, ich denen ich Gott am Werk spüre – und ich darf ein Rädchen in seinem großen Uhrwerk sein.

 

Mit Jesus im Boot

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Im April fand in den Räumlichkeiten des Bibellesebundes der so genannte „Sinnenpark“ statt. Schulklassen und andere Gruppen konnten sich durch verschiedene Geschichten aus der Bibel führen lassen und dabei Spuren aus dem Leben von Jesus entdecken und nacherleben.

Eine Schulklasse hat nachträglich berichtet, welche Eindrücke sie von ihrer Zeitreise mitgenommen haben.

Guckstu hier:

http://www.rs-hepel.de/index.php?page=religionsunterricht-mit-allen-sinnen

Übrigens gibt es in diesem Jahr noch eine weitere religionspädagogishe Ausstellung in unserem Bibellesebund-Zentrum. Und zwar vom 5.-11. November die erlebnisorientierte Grundgesetz-Ausstellung „In bester Verfassung“. Unbedingt vormerken. Mehr Infos dazu HIER.

grundgesetz ausstellung

Weihnachten kann losgehen!

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Ich hab sie!

Die ersten Weihnachtskekse des Jahres, kaum dass der August vorbei ist!

Zeit, sich auf Weihnachten einzustellen und dabei an ein Ereignis zu denken, das einige Jahre zurück liegt:

Es war jener legendäre 11. September 2001, als ich – damals noch ohne Fernseher und Internet und demzufolge völlig ahnungslos über das aktuelle Weltgeschehen – beim Einkauf die ersten Weihnachtskekse des Jahres entdeckte. Ich liebe Weihnachtskekse! Auch im September! Ganz in weihnachtlicher Stimmung legte ich mir also an jenem Tag das Advents-Starter-Set zu und eröffnete zu Hause feierlich die Vorweihnachts-Saison. Mit Weihnachtstee und Bing-Crosby-Schallplatte.

Abends rief ich einen meiner Jungscharmitarbeiter-Kollegen an, der an jenem Tag Geburtstag hatte und fragte ganz ahnungslos: „Na, habt ihr heute schön gefeiert?“

Er: „Natürlich nicht! Wir sitzen den ganzen Tag vor dem Fernseher!“

Ich: „Was? Du hast Geburtstag und sitzt vor dem Fernseher?“

Er: „Ja! Mein Bruder ist doch in Amerika!“

Ich: „Ach? Kommt eine Doku über ihn im Fernsehen?“

Er: „Nein! Er wohnt in der Nähe von New York!!“

Ich: „Komisch. Warum muss man deswegen den Fernseher einschalten?“

Er: „Harry, du hast anscheinend noch überhaupt nichts mitbekommen, was?“

Dann schilderte er das Drama in New York, das bis dahin ja schon die ganze Menschheit in Bestürzung geworfen hatte. Oha. Sogleich bekam ich ein schlechtes Gewissen: Die ganze Welt liegt in Angst und Schrecken – und ich sitze in aller Ruhe zu Hause, esse Weihnachtskekse und höre „Stille Nacht“.

Krass, dachte ich später: Dort liegt die Welt in Trümmern – und hier freut sich jemand über die Heilige Nacht. Andererseits: Ist das nicht genau der Gegensatz, der uns in der Bibel immer wieder vor Augen geführt wird – auch an Weihnachten?

„Welt ging verloren, Christ ist geboren“, singen wir an Weihnachten.

„In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“, sagt Jesus.

„Die Hirten fürchteten sich sehr“, berichtet Lukas, „aber der Engel sagte: ‚Fürchtet euch nicht.‘“

Unsere Welt und die Botschaft von Jesus – stehen die sich nicht schon immer so krass gegenüber?

Krieg und Frieden.

Angst und Ruhe.

Sorge und Zuversicht.

Verloren und gerettet.

Und eigentlich will ich mich nicht nur in der Weihnachtszeit, sondern auch sonst im Jahr in einer Welt voller Chaos immer wieder darüber freuen, dass ich mein Leben bei Gott verankert habe, der mir Frieden im Chaos schenkt, Ruhe im Sturm.

„Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die Heiligen Wohnungen des Höchsten sind. Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben. Gott hilft ihr früh am Morgen.“ So steht es in Psalm 46. Klasse, oder?

 

Diese (in gekürzter Version) und viele andere Geschichten und Gedanken rund um Advent und Weihnachten findest du im Adventskalender von Iris und Harry Voß: „Advent, Advent … mit Happy End“!

Kannstu ab sofort bestellen im Bibellesebund-Shop. HIER. Heute erschienen.

Advent, Advent ... mit Happy End

Vom stacheligen Kaktus zum liebenswerten Geschöpf

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Was für ein ausgefallenes Hobby! Da wohne ich während eines Einsatzes am Fuße des Rennsteigs, Thüringer Wald, bei dem Prediger Matthias und seiner Familie. Dessen Leidenschaft besteht daraus, Kakteen zu hegen, zu pflegen und jeden einzelnen bei seinem Namen zu kennen: Acantthocalycium glaucum zum Beispiel und ähnlich einprägsame Buchstabenansammlungen. Von den weltweit bisher entdeckten Kakteen-Arten vereint Matthias hier etwa 1000. Tausend Arten wohlbemerkt, von manchen gibt es mehrere Exemplare! Liebevoll sind sie einzeln oder in passenden Gruppen in  Blumenkästen und dann in kleine Gewächshäuser in den Garten gesetzt.  Matthias kann mir zu jedem Kaktus die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte erzählen. Wann sie blühen, in welchem Kontinent sie ursprünglich zu finden sind, wie sie sich dem Wetter gegenüber verhalten und so weiter. „Diese Pflanzen sind Überlebenskünstler“, erklärt er. „Sie haben es geschafft, sich Strategien zu entwickeln, wie sie an Orten überleben können, wo sonst keine Pflanze eine Chance hat.“

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Krass, denke ich. Normalerweise bewundere ich prächtig blühende Blumen, üppig grüne Wälder, eben die wunderbaren Hingucker der Schöpfung. Kakteen sind langweilig und sie stechen. Wer anstatt einer Orchidee auf seiner Fensterbank einen Kaktus stehen hat, bekennt sich gerne als Blumen-Vernachlässiger. „Die kannste ruhig mal vergessen“, sagt man über Kakteen. „Die brauchen nix und kommen mit ganz wenig Wasser aus.“ Hier im Garten von Matthias bekommen sie eine Wertschätzung, die ich in diesem Umfang noch nie gesehen habe. „Kakteen blühen doch“, belehrt mich Matthias, als ich ihn mit meinen Gedanken konfrontiere. Und er zeigt mir den einen oder anderen Kaktus, der aus seinem stacheligen Kleid prächtige Blüten sprießen lässt.

Noch mal krass, denke ich.

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Später, als ich in einer freien Minute durch den angrenzenden Wald spaziere, Gottes wunderbare – unstachelige – Schöpfung bewundere und dabei an die Kinderveranstaltungen denke, wegen denen ich eigentlich hier bin, fallen mir die Kakteen wieder ein. Und mir fällt auf: Immer wieder haben wir stachelige Kinder in unseren Kindergruppen, die wir so gerne beiseite schieben, weil uns die Wohlerzogenen viel lieber sind. Doch wenn man genau hinschauen würde, dann könnte man  erkennen, dass sich auch diese stacheligen Kinder Strategien entwickelt haben, wie sie in einer Welt, einer Familie, einer Schulklasse voller Ablehnung, Missachtung und Gewalt überleben können. Zum Beispiel, indem sie sich damit abgefunden haben, mit sehr wenig Liebe auszukommen. Indem ihre stachelige Art sie vor weiteren Verletzungen schützen soll. Wenn aber ein guter Hirte, eine liebevolle Kindermitarbeiterin sich diesem Kind mit Vorsicht, Liebe und Wertschätzung zuwenden würde, dann könnten auch zwischen diesen Dornen wundervolle Blüten entstehen. Und dann könnten wir erkennen, was für wunderbare und liebenswerte Geschöpfe gerade auch die Kinder sind, mit denen wir so viel Mühe haben. Weil sie schwierig sind, weil sie sich nicht anpassen, weil sie laut und frech sind, weil sie sich nicht an die Regeln halten.

Ich möchte mich heute von dieser Kakteensammlung noch mal ganz neu anspornen lassen, gerade die Kinder in meinen Veranstaltungen zu beachten, die auf den ersten Blick sperrig und unbequem sind und deren Dornen mir regelrecht ein Selbes im Auge sind. Gerade sie brauchen meine/unsere Zuwendung. Nährboden an Aufmerksamkeit. Wasser an Liebe. Und die gute Nachricht von dem guten Hirten, der sie hegt, pflegt, liebt und beim Namen kennt – und sei er noch so unaussprechlich.

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Weihnachten kann kommen

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Kurz, bevor ich zum Kibi-Ferientreff nach Dornumersiel fahre (am 1. Juli nämlich), habe ich alle Weihnachtsproduktionen abgeschlossen. Bei schönstem Wetter habe ich in den letzten Tagen im Garten gesessen und mir weihnachtliche Gedanken gemacht.

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Daraus entstanden ist ein Buch: „Der Rucksack mit dem Diebesgut“. Das mittlerweile dritte Weihnachts-Abenteuer mit Ben und Lasse. Meine Tochter meinte gestern, als ich ihr Teile daraus vorgelesen habe: „Wenn das alles echt wäre, was die als Kinder rund um Weihnachten bereits erlebt haben, dann hätten die mit 14 ja schon einen Schaden fürs Leben!“ Tja. Die Agenten Ben und Lasse sind aber hart im Nehmen und scheuen keine Gefahr. Eine Leseprobe vom ersten Manuskript (noch nicht lektoriert) findest du hier:

Der Rucksack mit dem Diebesgut Leseprobe

Zweitens ist daraus entstanden das Krippenspiel „Flashmob auf dem Weihnachtsmarkt“. Das kannst du ab Spätsommer, spätestens September bei uns im Shop wieder kostenlos downloaden und mit deiner Kindergruppe einüben. Gerade ist Heidi Klingberg wieder dabei, Lieder dafür zu erstellen. Ich glaube, das wird diesmal wieder sehr schön. Leseprobe findest du hier:

Krippenspiel Leseprobe

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Drittens ist das Manuskript für eine Hör-CD entstanden: „Diebe auf dem Weihnachtsmarkt“, das im Wesentlichen die erzählte Version vom Krippenspiel ist. Die wird demnächst von Bodo Primus eingelesen. Darauf freue ich ich schon.

Und viertens haben meine Frau Iris und ich für die Adventszeit einen Lese-Adventskalender zusammengestellt mit Texten, Gedichten, Geschichten für die Zeit vom 1. bis 26. Dezember. Zielgruppe sind dieses Mal Erwachsene. Titel: „Advent, Advent … mit Happy End“. Wir sind schon sehr gespannt, wie das angenommen wird.

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Aber da das alles jetzt erst mal abgeschlossen und an die Grafiker weitergegeben ist, können wir uns endlich mit allen Sinnen auf den Sommer einstellen. Für mich bedeutet das:

1.-8. Juli: Kibi Ferientreff in Dornumersiel

27. Juli bis 5. Augsut: Sommerlager in Plön

Anschließend: Urlaub mit der Familie

Alles Gute und einen fröhlichen Sommer wünscht euch

der

Harry

„Hallo du da mit dem dicken Pulli an“ – Von der Magie des eigenen Namens

Am Wochenende unterhielt ich mich mit einem Papa, dessen Sohn vor über 20 Jahren als 9-jähriger Knirps auf einer meiner Sommerfreizeiten als Teilnehmer mit dabei war. Im Herbst desselben Jahres war dieser Junge noch einmal Teilnehmer auf meiner Freizeit in Marienheide. Der Papa erzählte, dass er sich noch genau an die Situation erinnert, wie er seinen Sohn zur Freizeit gebracht hat: Marienheide, Chaos, alles voller Kinder und Eltern im Eingangsbereich des Freizeitzentrums. Er kam mit seinem Kind rein, ich war umringt von Kindern, mit denen ich bereits lebhaft die Zimmerverteilung diskutierte. Ich sah Papa und Sohn hereinkommen und begrüßte sie spontan mit: „Hallo Lukas!“

Ich kann mich an diese Szene im Speziellen nicht erinnern, aber sie gibt ganz gut das Gewusel zu Beginn einer Freizeit wieder: Es ist voll, Eltern und Kinder strömen im Minutentakt hinzu, die Mitarbeiter und ich versuchen, allen Eltern und Kindern gleichzeitig sämtliche Fragen zu beantworten und dabei halbwegs den Überblick zu behalten. Und wenn dann ein Kind auftaucht, das schon einmal auf einer Freizeit mit dabei war (besonders, wenn die vergangene Freieit erst wenige Monate zurück liegt), dann passiert es durchaus (wenn auch nicht immer), dass ich dieses Kind wiedererkenne und mich sogar an dessen Namen erinnere. So wie hier.

Für mich nichts Besonderes. Die Wahrnehmung dieses Papas war allerdings: Er kommt in einen unüberschaubaren Haufen von Eltern und Kindern, der Freizeitleiter ist umringt von Kindern, aber er begrüßt über alle Köpfe hinweg das eigene Kind mit Namen. Der Papa schloss in unserem Gespräch am Wochenende seine Erzählung mit den Worten: „Da wusste ich, dass mein Kind hier richtig ist.“ Und immerhin konnte er sich an diese Situation noch 20 Jahre später erinnern.

Mich hat diese Erzählung insofern bewegt, weil sie mir noch einmal deutlich vor Augen geführt hat, welche Magie darin liegt, wenn wir Menschen mit Namen ansprechen. Für mich war diese Szene damals normaler Alltag. Aber für den Vater war es ein Türöffner, ein Grund mir entspannt sein Kind anzuvertrauen.

Ich musste sofort daran denken, wie ich als neunjähriger Junge zum ersten Mal über einen Schulfreund in eine Jungschargruppe geraten bin. Man fragte mich natürlich gleich zu Anfang nach meinem Namen. Als ich eine Woche später beschloss, noch einmal in dieselbe Jungschar zu gehen, da begrüßten mich die Mitarbeiter direkt mit: „Hallo Harry!“ Und nicht nur das – an jenem Tag verteilten sie Einladungszettel für eine Wochenendfreizeit. Alle Blätter begannen ihren Begrüßungstext mit: „Lieber … (Name des Jungscharkindes)“. Handschriftlich eingefügt natürlich. Und ich bekam ein Blatt mit der Überschrift: „Lieber Harry!“ Es war meine zweite Jungscharstunde und dieser Augenblick liegt 40 Jahre zurück. Aber ich weiß noch wie heute, wie geflasht ich war, dass die sich meinen Namen behalten und sofort in einen Brief eingefügt hatten, als gehörte ich schon immer dazu. An diesem Tag hat mich diese Gruppe „gewonnen“. Von Stund an ging ich jede Woche treu und regelmäßig zur Jungschar.

Dem Namen liegt ein Hauch von Magie inne. Meine Frau bemerkt sehr genau, wenn wir zu zweit irgendwo auftauchen, wie die Leute uns begrüßen: „Hallo Iris, hallo Harry!“ Oder: „Hallo Harry, hallo … ähm … Frau von Harry!“

Und seit ich als Autor immer wieder in die Verlegenheit komme, Bücher signieren zu dürfen, wird mir in krasser Weise bewusst, wie stark sich Kinder mit ihrem eigenen Namen identifizieren und wie schlimm es ist, wenn man Sophie mit f schreibt oder Philip mit der falschen Anzahl an Ls oder Ps rund um die Is. Name ist Person. Da zählt jeder Buchstabe.

Ich muss zugeben: Es fällt mir schwer, Namen zu merken. Viel zu oft komme ich in Gruppen, in denen ich eigentlich alle oder wenigstens etliche Namen kennen müsste, und ich weiß sie nicht mehr. Aber weil ich aus eigener Erfahrung weiß, was es bei mir ausgelöst hat, dass ich bei meinem Namen angesprochen wurde, zwinge ich mich, so schnell wie möglich die Namen der Kinder zu lernen, mit denen ich es zu tun habe: in meiner Jungschar hier in Gummersbach, auf meinen Freizeiten im Sommer, hin und wieder auch bei Kinderbibeltagen. Und die Erzählung des Lukas-Papa bestätigt ja meinen Eindruck.

Leider erlebe ich oft Gemeindemitarbeiter, die sich nicht einmal die Mühe machen, sich die Namen der Kinder im Kindergottesdienst oder anderen Kindergruppen zu merken. „Ich kann so was nicht“, versuchen sie sich zu rechtfertigen. „Ich werfe die sowieso alle durcheinander.“ Und so bleibt es bei: „Du da“ und „Du in dem blauen Pulli“. Schade.

Vor diesem Hintergrund berührt es mich noch mal ganz anders, wenn Gott über mich sagt: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du gehörst zu mir.“ (Jesaja 43,1)

Gott ruft mich nicht: „Der mit den grauen Haaren“ oder „Der den Schlunz geschrieben hat“. Gott weiß um die Magie der Namensnennung und er setzt sie ein. Er kennt meinen Namen und die ganze Person dahinter. Ich gehöre in sein Team. Namentlich.

Sommerfreizeit 1996

Teilnehmer der Sommerfreizeit 1996 samt jugendlichem Harry (hinten 2.v.l.) und Klein-Lukas

Ben und Lasse – Band 4 kommt bald

Gerade entdeckt im SCM Gesamtverzeichnis, wo alle Produkte des Frühlings aufgeführt sind:

buchhändlerkatalog

Ben und Lasse Band 4 „Agenten hinter Schloss und Riegel“ erscheint am 20.März. Ich freu mich schon!

Noch eine Leseprobe für die Neugierigen:

Ben und Lasse 4 Leseprobe 2

Vorbestellen kannst du Ben und Lasse Band 4 HIER

Aktuell sitze ich übrigens an einem Sonderband von Ben und Lasse, der im Herbst erscheinen wird. Agentenfälle zum Mitraten, Mitfiebern, Mitlösen. Mit beigefügtem Agenten-Geheim-Stift, mit dessen Hilfe man die Fälle lösen kann, die sich den Agenten stellen. Das wird auch cool.

In Null Komma Nix zeichnen lernen!

Ein Kreativ-Workshop beim Bibellesebund, Lockenfeld 2, Marienheide-Kalsbach

Am Samstag, den 24.02.2018

Der Workshop wird zweimal angeboten:

Von 9.30 Uhr bis 12.00 Uhr

und von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr.

Mit Claudia Kündig vom Schweizer Bibellesebund, die eigens dazu nach Deutschland kommt.

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Biblische Figuren und Symbole zeichnen lernen, sodass du es schon einen Tag später in deiner Gemeinde vorführen kannst. Einfache Zeichnungen, die jeder lernen kann, wirkungsvoll eingesetzt und lebendig vorgetragen von Claudia Kündig, eine der kreativsten Personen, die ich jemals kennen gelernt habe.

Kosten: 20 Euro inkl. Material und Getränke

Weitere Infos und Anmeldung: HIER

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Und wer Claudia und Ruedi Kündig einmal live in Aktion sehen wollen, ist zu einem eindrucksvollen Abend mit Sand, Licht und Glanz eingeladen: „Sein Leben in Sand gemalt“. Atemberaubende Szenen, Farben, Bewegungen – alles live in Sand gemalt.

Am Sonntag, den 25.02. um 19.30 Uhr beim Bibellesebund, Lockenfeld 2, Marienheide-Kalsbach

Eintritt frei!

Das solltest du nicht verpassen, wenn du einigermaßen in der Nähe wohnst und dir das einrichten kannst.

Weitere Infos zum Abend mit Sanspainting HIER

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